Psychologie

„Die Psychologie hat eine lange Vergangenheit, aber eine kurze Geschichte.“ (Hermann Ebbinghaus)

Tatsächlich besteht die Psychologie als Wissenschaft erst seit dem 19. Jahrhundert, doch die Fragen, die PsychologInnen interessieren, dürften schon viele Jahrhunderte zuvor gestellt worden sein. Auch Antworten hat es gegeben, doch diese fundierten noch nicht auf wissenschaftlichen Experimenten oder Theorien. Um welche Fragen handelt es sich?


1. Wie nimmt der Mensch seine Umwelt wahr? Wie kommt es zu Fehlern in der Wahrnehmung? Kann Wahrnehmung als objektiver Prozess verstanden werden?

Warum können wir Formen sehen, die doch objektiv nicht vorhanden sind? Und sehen wir auf dem rechten Bild zwei Gesicher oder einen Pokal oder beides?


2. Wie können wir uns kognitive Prozesse, also Vorgänge im Gehirn, vorstellen? Warum merken wir uns, was wir gestern gemacht haben? Warum kann der Mensch lernen und was motiviert ihn überhaupt dazu? Was bedeutet Intelligenz oder Kreativität? Können wir das messen?


5. Welche Faktoren beeinflussen unsere psychische Entwicklung maßgeblich? Welche Bedeutung hat Bindung? Welche Aufgaben gilt es  in der Kindheit und Jugend zu bewältigen? Mit welchen Schwierigkeiten sehen wir uns in einem bestimmten Alter und somit bestimmtem Entwicklungsprozess konfrontiert?


6. Was macht eine Persönlichkeit aus? Welches Konzept habe ich von mir selbst? Und inwiefern ist mir das bewusst oder unbewusst? Was bedeuten meine Träume?  Wie gehe ich mit psychischen Konflikten um? Was bedeutet es,  psychisch krank zu sein? Gibt es Normen? Welche Therapieformen gibt es? Und wie wirkt Psychotherapie?


Philosophie

Hinter all diesen Sätzen stehen Fragezeichen. Und genau das ist bezeichnend für die Philosophie. Wer philosophiert, stellt Fragen. Fragen, die oftmals zu keinen definitiven Antworten führen können, weil sie per se nicht beantwortbar sind. Das ist neu. Die SchülerInnen sind doch eher daran gewöhnt, Antworten zu bekommen.

Die Philosophie will Grenzen der Möglichkeit von Erkenntnis aufweisen, wobei wir bei der ersten der vier Hauptfragen der Philosophie landen, die Immanuel Kant formuliert hat: „Was kann ich wissen?“. Die zweite Hauptfrage knüpft an die Erkenntnistheorie an und widmet sich nun ganz der Frage nach Gott: „Was darf ich hoffen?“. Drittens beschäftigen sich PhilosophInnen mit Fragen der Ethik: „Was soll ich tun?". Und schließlich die vierte Hauptfrage, die uns in die Anthropologie führt: „Was ist der Mensch?“

Darüber hinaus wird im Unterricht auch noch anderen philosophischen Themen Platz eingeräumt, darunter Fragen zum Sinn des Lebens, zum Tod, zum Glück, zur Kunst …

Eines ist all diesen Fragen aber gemein: Sie sollen eigenständiges Denken und kritisches Hinterfragen fördern und trainieren.