My Essentials











Die SchülerInnen und Schüler der 5D haben sich mit Marlene Ecker in GWK mit den oben genannten Themen – kurz als „My Essentials“ tituliert, auseinandergesetzt. Was brauch ich eigentlich grundsätzlich? Gibt es Bedürfnisse, die jeder Mensch hat? Welche Dynamiken hängen mit Bedürfnissen zusammen – gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch?

 

Parallel kam das Thema „Stillleben“ in BE dazu. Stillleben, sorgfältig arrangierte Präsentationen von Dingen, minutiös malerisch wiedergegeben, mit einer bewussten Lichtführung, die die Objekte besonders in Szene setzt. Was sind das für Objekte, was symbolisieren sie? Viele Maler*innen wählten den Weg des Portraits mit Stillleben um auf verschlüsselte Weise mehr über die portraitierte Person auszusagen. Geht’s da auch um Bedürfnisse? Sind Bedürfnisse aus Stillleben ablesbar?

 

Nach einer langen Vorbereitungsphase, in der über barocke Kunst (gäähn), Symbolik in Stillleben (zzzzzzzzz....) und Lichtführung barocker Meister wie z.B. Caravaggio geredet wurde begannen die SchülerInnen sich mit der digitalen Fotografie und den grundlegenden Funktionen der Spiegelreflexkamera (DSLR) auseinanderzusetzen. ISO (what?), Verschlusszeit und Blende waren bald keine Fremdworte mehr, Requisiten wurden gesammelt bzw. selbst hergestellt, erste Versuche mit den DSLR klappten und das Interesse stieg. Das Handling im Low-Budget-Fotostudio mit Licht/Softbox und DIY-Reflektor aus Rettungsdecken brachte spannende Ergebnisse.

 

Am Workshoptag bauten die SchülerInnen drei Studiosettings auf – eines rein für Stillleben, eines für Portraits mit Stillleben und ein Low-Key-Studio. Durch die tatkräftige Unterstützung von Marlene Ecker, Georg Laube und Vera Wohlmeyer inszenierten die SchülerInnen in den drei Studios Requisiten oder die Modelle auf wunderschöne Art und Weise und schufen mit dramatischer Lichtführung spannende Low-Key-Fotografien. In ihrer Anmutung erinnerten sie stark an die barocken Vorbilder aber wurden durch das Medium Fotografie und die abgebildeten Objekte zu einer zeitgenössische Interpretations des Themas.

 

Das Wissen und die Praxis vom Workshoptag ermöglichte einen zweiten, raschen Studioaufbau in den darauffolgenden Wochen. Die SchülerInnen arbeiteten kompetent, selbständig und engagiert als Team zusammen und weitere Low-Key-Portraits entstanden. Die Qualität der Bilder war wiederum erstaunlich, trotz der vergleichweise bescheidenen Mittel.

 

Rückblickend war es ein Projekt, das uns die lange „Geht-nicht“-Phase ein bisschen aus den Knochen geschüttelt hat. Es war chaotisch, lang, herausfordernd und anstrengend aber gleichzeitig ein Projekt, in dem wir uns wieder als eine Gruppe von Menschen gespürt haben, die zusammen an etwas arbeitet, sich engagiert und der die Ergebnisse und die Gemeinschaft ein warmes Gefühl im Bauch beschert. Solche Settings, die die eigentlichen Lernräume sind, hatten in den vergangenen zwei Jahren wenig Platz und sind mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gerade wegen diese Zeit so oft es geht zu ermöglichen. (!)